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Ein normaler ArbeitstagDie Ablagerung ist grösser als zu Beginn angenommen. Im Dezember konnte wegen anhaltendem Regen und Hochwasser nur der Uferbereich bearbeitet werden. Nun zeigt sich die Ablagerung bei niedrigem Wasserstand in ihrer vollen Grösse. Auf einer Fläche von 20m Breite und knapp 100m Länge kann produziert werden.Der Tag beginnt mit einem grossen Frühstück bestehend aus Müsli, Früchten, Toast und Ovomaltine, damit für die erste Tauchschicht von 3.5 Stunden genügend Energie zur Verfügung steht. Auf dem holprigen Weg zur Dredge passiere ich 2 geschlossene Gates, umfahre ein 200m langes, vom Fluss weggespültes Stück Strasse und durchquere schliesslich einen Bach, der bei Regenfällen unpassierbar wird. Die gesamte Strecke ist nur 15km lang, aber sie dauert im Allradfahrzeug ganze 30 Minuten. Um diese Tageszeit liegt im Gras meistens noch Tau und die Sandflies sind sehr aktiv. Das sind kleine, stechende Fliegen in der Grösse von Fruchtfliegen. Neuseeland ist zum Glück frei von gefährlichen, oder giftigen Tieren, aber diese tagaktiven, blutrünstigen Biester sind nicht zu unterschätzen. Besonders die feuchte West Coast ist mit Millionen und Abermillionen davon gesegnet. Deshalb ist beim Anziehen des Tauchanzugs zügiges Vorgehen gefragt. Auf der Dredge werden die Benzintanks für die bevorstehenden 7 Stunden Taucharbeit gefüllt, die Motoren gestartet, die Taucherbrille aufgesetzt, der 20kg schwere Bleigurt umgeschnallt, die Warmwasserleitung am Tauchanzug angeschlossen und der Lungenautomat zwischen die Zähne geschoben. ![]() Beim Abtauchen verschwindet die Geräuschkulisse von der Wasseroberfläche schlagartig und es wird ganz still. Einzig die ausgeatmete Luft, die in kleinen Blasen an den Ohren vorbei streicht und das dumpfe Geräusch rollender Steine im metallischen Ansaugrohr sind hörbar. Während alles eingesaugt wird, das ins 20cm dicke Saugrohr passt, arbeite ich mich in einem 20m breiten Graben in knapp 1.5m Wassertiefe langsam flussaufwärts. Die Dredge hinter mir ist über eine bewegliche Rolle an der Highline (Seil quer über den Fluss) fest gemacht, so dass sie bei jeder seitlichen Saugschlauchbewegung mitschwingt. Dabei wandert das abgesaugte Kies durch den Saugschlauch auf die Dredge, wo es automatisch in 2 Fraktionen gesiebt, ausgewaschen und hinter der Dredge wieder dem Fluss zugeführt wird. Nach 3.5 Std. ist zum Aufladen der Kohlehydratspeicher eine kurze Mittagszeit angesagt. Anschliessend produziere ich noch einmal 3.5 Std. Abends wird das goldhaltige Konzentrat der Schleuse entnommen, grösstenteils vom eisenerzhaltigen Sand getrennt und schliesslich mit der Goldwaschpfanne sauber ausgewaschen, bis nur noch reines Gold übrig ist. Das Trocknen und Wägen der Ausbeute erfolgt schliesslich zu Hause, damit sie in regelmässigen Abständen auf die Bank ins Schliessfach gebracht werden kann. ![]() Solche Arbeitstage bedeuten nicht nur harte Arbeit. Der Körper wird durch das Einatmen der trockenen, komprimierten Luft beim Tauchen auch entwässert und ich muss darauf achten, ausreichend Flüssigkeit zu mir zu nehmen. Liegt nach einem langen Tag aber ein ansehnliches Häufchen Gold auf der Waage, sind alle Anstrengungen und Entbehrungen verflogen. › zurück |
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| Gold Prospector | Stefan Grossenbacher | Ridlistrasse 30 | 6375 Beckenried | Tel 041 622 13 90 | |||
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